Ellipse: Tagebuch der Nächte
hier geht es zum 
Buch 
von
Peter Leinitz


LEERE  WORTE  AUS  VOLLEM  HERZEN

oder

PANDÄMONIUM  DER  WORTE

 von

Peter Leinitz

 

 

 

VORWORT

Vor jedem Wort sollte ein Vorwort stehen dass den Sinn des Wortes deutlich macht, aber ich bin kein Mann vieler Worte und meide das Vorwort so oft ich kann. Der Leser sollte jedoch wissen dass dieses Buch die Fortsetzung vom „ TAGEBUCH  DER  NÄCHTE „ ist, der Aufzeichnung eines Lebens vor und nach der Ehe. Sexuelle Abenteuer lassen sich nicht endlos fortsetzen wenn die Erektion ausbleibt, was bleibt ist Erinnerung und Resignation. Auf pornografische Details der Jugend folgt hier die Weisheit des Altersstarrsinns, der kleine Mann philosophiert über das große Ganze, er schreibt auf was ihm einfällt, einfältig, naiv aber auch klug und weise. Solange mir keiner vorschreibt was ich zu schreiben habe schreibe ich gern so wie mir die Schnabeltasse gewachsen ist. Wir trinken den Tee aus der Teetasse und den Kaffee aus dem Pappbecher, meine Schreibe ist keine „Written to go“, bei mir wird gelesen was auf den Tisch kommt, und mag es noch so unverdaulich sein. Hunger ist der beste Koch für jeden Wissensdurst.  Die nachfolgenden Betrachtungen betrachten die vorangegangenen als Einleitung zu weiteren. Des Weiteren wollen wir hier auf die Sinnlosigkeit des Seins und die Besinnung auf das Wesentliche hinweisen. Für mich liegt der Sinn des Lebens im Unsinn, ich bemühe mich nicht um das Verstehen und Begreifen, ich sehe was ich sehe und es erfüllt mich mit Trauer. Die Welt ist ein Jammertal, das Leben ein Trauerspiel, Humor ist wenn man trotzdem lacht. Galgenhumor ist die Kunst des Erhängens ohne Strick. Meine Mutter strickte 1945 Pullover aus Lumpenwolle, sie strickte an einer neuen Zeit, ihre Handarbeit wurde später von den GRÜNEN im Bundestag geadelt, bis sich Joschka Fischer in Machenschaften verstrickte. Politik ist die Kunst sich nicht in Dinge zu verstricken die dem Emporkömmling den Strick drehen könnten. Seit dieser Zeit ist das Stricken im Bundestag strikt verboten. In einer Demokratie ist alles erlaubt was nicht verboten ist, Verbote sind Vorboten einer unerlaubten Zeit, die in Rettungsbooten auf uns zu kommt. Rette  sich wer kann, wenn Flüchtlinge gerettet werden. Meine Gedankensplitter entsprechen dem Programm einer Splitterpartei, kein Wähler wird bei meiner Partei sein Kreuz machen, dafür wurde Christus nicht ans Kreuz geschlagen. Die Leute werden in mir den Teufel sehen und sich bekreuzigen. Vor Fritz Teufel hat man sich auch bekreuzigt und ihn auf Teufel komm raus beschimpft. Heute darf der Teufel reinkommen, er ist gesellschaftsfähig geworden, man nimmt ihn nicht mehr so ernst, er ist an keiner Verschwörungstheorie beteiligt. Früher steckte er im Detail, wie der Mann in der Frau, heute versteckt er sich in Banken und Investmentfonds. Das Geld ist eine Erfindung des Teufels, das ist weitgehend in Vergessenheit geraten.

 

                                                                  DEPRESSIONEN

Die negative Sicht auf die Welt ist das Vorrecht des depressiven Menschen, er hat das Leid auf seine Fahnen geschrieben; „Unsere Fahne flattert uns voran“ Deutsches Liedgut. Wenn das Leid siegt versagt das Mitleid, alles hat seine Grenzen. Man muss nicht gleich ein hoffnungsloser Optimist sein, es reicht wenn man das Leid der Anderen nicht zur eigenen Herzenssache macht. „Das Herz ist ein einsamer Jäger“, die Jagd ist die Leidenschaft der Herrschenden, das Wild ist das Opfer einsamer Herzen. Das Erschießen von Tieren macht den Menschen nicht unmenschlich, er ist ein Raubtier dem die Natur den Schwächeren als Opfer anbietet. Herrschaft ist eine Sache der besseren Waffen, eine Flinte ist besser als Pfeil und Bogen, Kanonen sind besser als Gebete. Die Welt wird von denen beherrscht die sich das zu Nutze machen. Gewalt ist wirksamer als Vernunft und Menschenliebe, Demagogen sind erfolgreicher als ihre friedliebenden Gegenspieler. Die Welt geht ihren Gang bis zum Untergang. Der Untergang der Welt wurde schon zu oft vorhergesagt, wir werden ihn nicht erleben. Der Untergang der Welt wäre kein romantischer Sonnenuntergang, er wäre der Sieg der Sonne. Lassen wir die Gestirne aus dem Spiel, den Planeten ist es egal was wir auf ihnen anstellen. An Stellen wie dieser möchte man den Griffel aus der Hand, und Hand an sich legen. Die Hand an sich, ist nicht Schuld an dem was sie schreibt, es ist der Kopf der die Feder führt. Ist der Kopf schwer, geht sie federleicht über das Papier, die Schmerzen der Seele sind Kopfgeburten des Herzens, die dem Leser an die Nieren gehen. Es gibt Texte die auf den Magen schlagen, deren Reiz im Brechreiz gipfelt weil sie den Gipfel des Zumutbaren erklommen haben. Jeder Schauspieler spricht seinen Text ungerührt aus, der Zuhörer soll gerührt werden, Texte leben von der Rührung wie der Koch von der Suppe, die Rührung ist die Seele des Suppenkochs. Depressive Menschen wie ich, die der Rührung in die Suppe spucken, gelten in Indien als Unberührbare. Die geistige Berührung ist der Berührung durch Geistliche nicht gleichzusetzen, die körperliche Berührung erfordert gleichwohl deren Segen. Der Maler Segensreich  Hundertwasser war mit allen Wassern gewaschen, reich an Talent und Segen, ich liebe seine Werke. Diese arme Welt war schon immer reich mit Talenten gesegnet, die armselig für eine reiche Zukunft nach dem Tode pinselten. Was für den armen Maler der Pinselstrich, ist für arme Nutten der Straßenstrich, unterm Strich kommt nicht viel dabei heraus. Der Strich hat keine Zukunft, nur wenige Strichjungen können eine Familie ernähren. Früher saß man im Gefängnis bei Wasser und Brot, heute sitzt der Wohnungslose ohne Brot und Wasser auf der Straße. Unser täglich Brot ist zur Delikatesse hochspekuliert worden, die Preise für Wasser steigen, das Hochwasser steigt wie die Mieten, der Unwille steigt wie die Börsenkurse, Tendenz steigend. Die meinen Worten innewohnende Tendenz ist unverkennbar, ich bin ein Depressiver, unfähig im Negativen das Positive zu sehen. Was liebt der kleine Mann an einer Diktatur am meisten? Es herrscht Ordnung und Preisbindung für Grundnahrungsmittel. In der DDR konnte jeder seine Miete zahlen, niemand wurde vor die Tür gesetzt. Wohnraum ist ein Grundrecht des Menschen, kein Spekulationsobjekt, Subventionen sind hier unerlässlich. Lassen wir ihn doch reden, diesen kommunistischen Trotzkopf, eine Demokratie kann sein sozialistisches Geschwätz verkraften, freie Wähler wählen die Freiheit. Wer frei sein will muss Opfer bringen, lieber freie Ausbeutung als geknechtete Sozialisierung. Unser Mann in Asien sah heute einen quälenden Spielfilm über die sogenannte Liebe, in dem sich zwei Paare gegenseitig fertigmachen; „Ich habe fertig“. Tatsächlich machen die Männer die Frauen fertig, die Sprache ist vulgär, der Umgang mit dem Partner entwürdigend, es erinnerte mich an „Szenen eine Ehe“ von Ingmar Bergmann, der mich vor vielen Jahren zutiefst erschüttert hatte. „Hautnah“ ging mir unter die Haut, wie lange kein Film mehr. Dabei fing alles so harmlos an, zwei junge hübsche Menschen können im Gewirr des Straßenverkehrs die Augen nicht voneinander lassen, das wird dann auch noch akustisch mit einer Liebesschnulze begleitet, so schön kann Liebe sein. Ich wollte mich wohlgefällig einlullen lassen, Natalie Portman war schlank und hübsch, aber Jude Law entpuppte sich schnell als arroganter Schnösel, der vor keiner seelischen Grausamkeit zurückschreckte. Julia Roberts fällt dem kaputten Clive Owens zum Opfer, ein Theater der Grausamkeit. Mike Nichols hat das Gemetzel 2004 in Szene gesetzt, ein gnadenlos böser Film. Ich war in meinem Leben schon einmal querschnittsgelähmt und saß im Rollstuhl, im Selbstmitleid ist Mitleid schwer zu ertragen. Der Mitleidende will bis zu einem gewissen Punkt mitleiden, darüber hinaus kann und will er nicht mehr. Angeblich, so wurde in dem Film „Hautnah“ gesagt, liebt der Depressive sein Leiden, er ist nicht nur leidensfähig sondern auch leidenssüchtig, also ein Masochist, der sich gern selbst züchtigt. „Wenn du zum Masochisten gehst vergiss die Peitsche nicht“, sagte schon Nietzsche, womit wir wieder beim Weibe sind. Das Weib ist der Himmel auf Erden, der Mann fertigt die Peitschen, der Mensch ist ein Tier das Werkzeuge herstellt. Das Auspeitschen von Sklaven war ein Mittel der Unterdrückung, die Peitsche ist unschuldig, sie ist nur Werkzeug, der Mensch ist die Triebfeder seiner Triebe. Der Liebesfilm des heutigen Abends war folgerichtig; „Ein ganzes halbes Jahr“. Ein liebenswertes Mädchen der Unterklasse verliebt sich in lebensmüden Rollstuhlfahrer der Oberklasse. Klasse, wie sich Klassenunterschiede aufheben wenn Mitleid in Liebe ausartet. Liebe geht seltsame Wege, manchmal befährt sie der Rollstuhl. Der Rollstuhl spielt nicht die Hauptrolle, den spielt die zauberhafte Hauptdarstellerin glatt an die Wand. „Gegen die Wand“ aber im Rollstuhl. Unser Mann in Asien, seinerzeit dem Rollstuhl entkommen, schwelgte in Erinnerungen der masochistischen Art, wie schön waren doch die Ausflüge auf zwei Rädern, als dieser Stuhl die Faulheit des Depressiven verschleierte und die Verweigerung von Leistung als Schicksalsschlag dargestellt werden konnte. Wer nie im Rollstuhl saß kann sich dieses Glücksgefühl kaum vorstellen, von allen bedauert und bemitleidet kann sich der Depressive hemmungslos in seinen egoistischen Gefühlen wälzen, das süße Nichtstun genießen. Unser Mann in Asien hatte Verbindung zu DIGNITAS in der Schweiz aufgenommen, der einzigen Möglichkeit dem Leistungsdruck der Kapitalistischen Gesellschaft für immer zu entgehen, nun erlebte er im Film die gleichen Bemühungen eines gelähmten Mannes, der ebenfalls „ human“ sterben wollte. Wie so oft im Film, hatte der die besseren Möglichkeiten. Der unanständig reiche junge Mann hatte das Glück von seiner unanständig armen Pflegerin bis zur Selbstaufgabe geliebt zu werden, die unschuldigen Küsse der vom vulgären Sex verschonten Liebenden, rühren das Gemüt des Zuschauers. Dem bleibt das Sterben des zeugungsunfähigen jungen Mannes erspart, er sieht in den letzten Bildern des Films, die junge Frau in einem romantischen Paris, in das er sie entführt hätte wenn er nicht gestorben wäre. „Und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie noch heute“. So endeten früher die Märchen. Im modernen Märchen stirbt einer von beiden, das erspart Ihnen und dem Zuschauer Enttäuschungen. Was lehrt uns das? Die Liebe ist das wofür wir sie halten, an dem wir festhalten weil es ohne sie keine Halt gibt. Halt, bis hierher und nicht weiter, dieser unerträgliche Sarkasmus zieht die Tränen des Mitleids in den Schmutz der Gosse, das Mitleid ist das edelste Leid dessen der Mensch in einer vom Selbstmitleid penetrierten Gesellschaft fähig ist. Es ist ein Unterschied ob wir mit oder ohne leiden, ohne Leiden kein Mitleid, ohne Mitleid kein Erbarmen. Erbarmungslos setzt der Profiteur auf der Straße des Erfolgs, den jahrelangen Mieter auf die Straße , der unter den Brücken Mitleid für den Fehlgeleiteten entwickelt. „Der kann mir nur Leid tun“, sagt der Wohnungslose und nimmt noch einen Schluck aus der Flasche. Tatsächlich verdienen die Reichen das Mitleid der Armen, bei Ihresgleichen können sie es nicht finden. Wir alle kennen die Armut der Reichen aus unzähligen Büchern und Filmen, das ganze Elend von Besitz und Verantwortung, Arroganz und Scham. Schamlos gibt sich die Dirne dem Freier hin, ihre finanziellen Forderungen findet er beschämend. „Schämen sie sich denn nicht?“ lautet die empörte Frage auf schamloses Benehmen. Nein, sie schämen sich nicht, die Finanzjongleure und Spekulanten, sie fühlen sich als Sieger in einem Millionenspiel, in dem nur sie gewinnen. Sollte man sich für Reichtum etwa schämen? Die Antwort lautet: Ja. Dieses Ja, steht im krassen Gegensatz zum „Nein ist nein“ der neuen Frauenbewegung, die alles verneint was früher „jein“ bedeutete. Haben sich Frauen nie bereichert? Wer oben ist spricht nicht gern über den Weg zum Erfolg. Wer so schreibt wie ich, ist sicher erfolglos, ihm führt der Neid die Feder. Ohne Federlesens kann man diese Kritiker der besten aller Welten auslesen, sie sind nicht lesenswert. Auch ohne Lesen ist das Leben lebenswert, nur ärmer. Wer nicht liest erspart sich viel Mühe, allein das Umblättern der häufig aneinander klebenden Seiten ist mühsame Kleinarbeit. Über das gelesene muss man nachdenken, wem steht schon der Sinn nach Denken? Wer Kreuzworträtsel löst hält sich für einen Denker und Kant für einen Kollegen. Es gibt kleine und große Denker, beide können sich irren. Wenn Kant seinen berühmten Satz anders formuliert hätte, nicht auszudenken. In der Philosophie gibt man sich die harte Kante, erbarmungslos decken Newcomer die Denkfehler ihrer Vorgänger auf und treten Marx in die Tonne. Wer nicht denkt lebt behütet im Schneckenhaus, wer denkt lehnt sich meist zu weit aus dem Fenster. Ein Fenstersturz ist harmlos gegen einen Kurssturz, der viele ins Unglück stürzt. In heutiger Zeit spielt das Zeitfenster eine wichtige Rolle wenn man sich aus dem Fenster stürzen will. Wer Diktatoren stürzen will, sollte bedenken was danach kommt. Wenn ich mich sturzbetrunken aus dem Fenster lehne kann nicht viel passieren, ich wohne mit Bodenhaftung. Leider habe ich mich nach zwölf Monaten Abstinenz wieder zum regegelmäßigen Bierkonsum in den Abendstunden durchgerungen, eine Entscheidung die mich viel Kraft und Geld kostete. Die letzte Lieferung in mein Pandemie-Exil bestand aus immerhin zehn Kästen a zwölf Flaschen; 6.140.- Baht, etwa 270.- Euro. Warum werden solche Mengen gehortet, das hat mit der krankhaften Vorratshaltung des Alkoholikers zu tun, der überall Flaschen versteckt. Nun trotze ich in heißer Tropennacht jedem Alkoholverbot der Regierung und lasse mir bei Jazz-Funk in den Kopfhörern das kühle Bier munden. Berühmte Autoren wie Jack London schrieben unter Alkohol, unser Mann in Asien befindet sich in guter Gesellschaft. Man muss nicht trinken um zu schreiben, man kann das Trinken aber besser beschreiben. Ich kann mein Leben nicht nach Belieben umschreiben, ich bin ein Trinker ohne Leberschäden. Meine Leber hat alles verkraftet was mein Gemüt nicht verkraften konnte, nun schreibe ich wieder unter Drogen. Unter Drogen kann man nicht über den Dingen stehen aber man kann sie beschreiben. Wer betrunken spottet, spottet jeder Beschreibung. Das Leben ist ein unbeschriebenes Blatt, das von uns beschrieben wird und davon schwebt wie ein Blatt im Wind. Im Buch des Lebens hat jedes einzelne Blatt seinen Platz, es ist kein Flugblatt mit den Parolen des Tages, es ist die Beschreibung des Einmaligen Alltäglichen und Vergänglichen. Wenn man bedenkt wer alles schon hier war, wir kennen nur die Bekannten und unseren Bekanntenkreis, damit schließt sich der Kreis. Das Leben ist ein Kreislauf, egal in welchen Kreisen man sich bewegt.

                                                                         LOB  DER  LÜGE

Man kennt die fromme Lüge, die Notlüge, die Lebenslüge und die Lügen des Münchhausen, ein Meister in seinem Fach, er log das sich die Balken bogen, er war ungelogen der größte Lügner seiner Zeit. Die Kunst des Lügens ist eine alte Kunst, sie hat ihren Ursprung in der Liebe, einer auf Lügen aufgebauten Illusion, deren Anhänger sich und andere belügen um vor dem Schmerz der Wahrheit zu schützen. Die Wahrheitsliebe ist eine destruktive Leidenschaft, wer die Wahrheit liebt ist nicht liebesfähig. Die Wahrheit ist nicht liebenswert, die Lebenslüge ist lebenswert. „Ich liebe dich“ könnte auch „Ich lüge dich“ heißen, es steckt ja ein verborgener Egoismus hinter dieser Beteuerung; Männer wollen ins Bett, Frauen wollen ein Kind. Die Frau kommt der Wahrheit näher wenn sie bekennt; „Ich möchte ein Kind von dir“. Eine ungeliebte Wahrheit für den Mann, sie liebt nicht ihn sondern seine Fähigkeit zur Zeugung. Ständig werden wir Zeuge von Zeugung und Lüge wenn der Mann die Frau, die Frau das Kind liebt. Kein Leben ohne Liebe, keine Liebe ohne Lüge. In meinen Gedichten sagte ich die Wahrheit, in meiner Prosa beschrieb ich einen modernen Münchhausen, dem es gelingt die leichten Mädchen von Pattaya, die den Männern  das Leben schwer machen, leicht zu nehmen. Dafür benötigte meine Kunstfigur ein gutes Aussehen und das Talent eines Heiratsschwindlers, nur mit Speck fängt man Mäuse. Es war meine Intension den Spieß umzudrehen, die Frauen sollten für die Liebe zahlen und dem galanten Verführer auf den Leim gehen. Der Wunschtraum der Männer, von einigen Tagträumern in Pattaya noch immer geträumt; „Sie liebt mich, sie hat noch nie Geld von mir verlangt“. Das Verlangen nach Geld treibt die Menschen an, das Verlangen nach dem Weibe treibt die Männer an, die Weiber treiben die Männer an. Geld treibt sie zueinander. Was wäre die Liebe ohne Geld, sie wäre ein Motor ohne Benzin, eine leistungsfähige Maschine ohne Treibstoff. Vor der Erfindung des Geldes war der Geschlechtstrieb nicht zahlungsfähig, jeder Zeugungsfähige zeugte einfach vor sich hin, Alimente waren weitgehend unbekannt, jedes Kind war ein Geschenk des Himmels. Der Himmel war schon immer für alle Geschenke zuständig, die Hölle musste man sich verdienen. In der DDR war ein Romeo, verdienter Heiratsschwindler des Volkes, die Liebeslüge diente der Wahrheit des Sozialismus. Wer liebt belügt sich selbst, wer Liebe vortäuscht kann Liebe erwecken. Die Liebe ist ein feindlicher Agent, ein „Schläfer“, der geweckt werden will um seine Aufgabe zu erfüllen, sie schläft mit jedem, dem Beischlaf folgt der Weckruf zu Terror und Angst. Lügen haben angeblich kurze Beine, das ist zu kurz gedacht, lange Beine sind bei Frauen anziehend, aber keine Garantie für Wahrheit. Man kann die Beine anziehen oder spreizen, sie sind nicht zuständig für die Lügen der Liebe. Der Liebende zappelt wie die Fliege im Spinnennetz, die Spinne frisst alles was ins Netz geht, auch den Partner. Wer der Partnerschaft ins Netz geht begibt sich auf unübersichtliches Terrain, der Abgrund ist vom Glück der Liebe überschattet, eine dunkle Ahnung dass etwas schief gehen könnte, wird verdrängt, der Lottogewinn der Liebe als Glück im Spiel wahrgenommen, man hat alles auf eine Karte gesetzt und gewonnen. Die Liebe ist ein Zugewinn der bei der Scheidung in Rechnung gestellt wird, am Ende wird abgerechnet. Männer machen oft die Rechnung ohne den Wirt, Milchmädchen rechnen da besser. Frauen haben das Rechnen mit der Muttermilch eingesogen, sie geben es an die Töchter weiter. Wenn sie fremd gehen geben sie das Kind des Ehebruchs an den Ehemann weiter, weiter kann man es nicht treiben. Das bunte Treiben auf Erden wird vielen zu bunt, das sind Menschen die keine Freude an der Farbe haben und Farbige ablehnen, kleine Geister die Goethes Farbenlehre nicht verstanden haben. Sie begreifen nicht dass ohne Farben eine farblose Leere die Leinwand der Welt mit moderner Kunst überziehen würde, die das Grauen im Grau sucht. Berühmte Maler der Neuzeit haben mit ihrer Schwarzweißmalerei der Farbe den Kampf angesagt, die sie für farblos halten. Ich liebe Farben und teile diese Leidenschaft mit dem spanischen Filmregisseur Pedro Almodovar, der sie in seinen Filmen offenbart. Seine Welt ist bunt wie die meine, seine Farben springen ins Bild, versetzen mich in einen Farbenrausch, der von der modernen Technik des leuchtenden Bildschirms verstärkt wird. Der Bildschirm ist die leuchtende Fackel der Kunst, durch ihn wird Malerei in ihrer Wirkung verstärkt, der Bildschirm ist die „Erleuchtung“ meines Lebens. Die Farben der Lüge werden auf dem Bildschirm nicht sichtbar, sie zeigen sich nur dort wo Farbe abbröckelt. Es gab allerdings auch einen berühmten französischen Filmregisseur der seine Figuren sozusagen in Pastellfarben malte, bei seinen Filmen konnte man zusehen wie Farbe trocknet. Eine bemerkenswerte Kritik, die in einem anderen französischen Film trocken formuliert wurde. Farben müssen nach dem Auftragen auf die Leinwand trocknen, deswegen sitzen erfolglose Maler oft auf dem Trockenen. Erst wenn ein Künstler trocken hinter den Ohren ist, spitzt der Kunstmarkt die Ohren. Was dem Musikliebhaber ein Ohrenschmaus, ist dem Liebhaber der Malerei eine Augenweide. Potentielle Kunden werden wie Lämmer auf die Weide geführt, das Schweigen der Lämmer wird von der Stimme des Auktionators übertönt, der ihr Geld mit dem Hammer zuschlägt. Die Preise sind der Hammer, die Gemälde sind trocken, der Preis macht die Augen feucht. „Tränen lügen nicht“. Der Kunstmarkt ist die Lebenslüge des Kapitals, das gern Papier oder Leinwand als Zahlungsmittel in Umlauf setzt. Papiergeld ist die Währung der kleinen Leute, Leinwandgeld ist die Währung der Kunstsinnigen Reichen. „Wer das Papier nicht ehrt ist die Leinwand nicht wert“. Der Künstler ist ehrlich in seinem Bemühen, der Spekulant ist Erfinder von Zahlungsmitteln, alles dient ihm als Ware. Der Mensch als Ware ist weniger wert als ein Stapel Papier oder eine bemalte Leinwand, er wird belogen und unter Wert verkauft. Wir werden belogen und wir belügen uns selbst; Lüge ist Wahrheit.

                                                                              OVERSTAY

Mit dem Overstay hat man es nicht überstanden, damit fangen die Probleme erst an, wer in Thailand lebt darf die vorgeschriebene Zeit nicht überschreiten, zurzeit kostet jeder einzelne Tag 500 Baht Strafe. Wer Monate und Jahre illegal im Lande lebte landet im Gefängnis. Eine harte Landung nach der freudigen Landung am Bangkok Airport. Wer in einem fremden Land landet muss sich den herrschenden Gesetzen fügen. Ein Overstay des Lebens, wenn einer so alt wird wie ich, muss den deutschen Behörden bewiesen werden, nur wer noch lebt ist rentenberechtigt. In Zukunft werden Lebende nicht mehr rentenberechtigt sein weil die Kassen leer sind. In Australien und Dänemark wird die Rente nur an Menschen ausgezahlt die im Lande leben. „Bleibe im Lande und nähre dich redlich“. Wer in Thailand lebt, lebt gefährlich, er ist ein verhasster Ausländer, dem man der Not gehorchend seine Frauen verkauft, er darf sie lieben, wird aber nicht geliebt. Der Mensch hasst den Fremden, liebt jedoch den Liebreiz fremder Frauen, eine Fremdenfreundlichkeit die sich nur auf das weibliche Geschlecht bezieht. Welcher Weiße würde nicht gern eine Schwarze im weißen Bikini, oder eine Gelbe auf lila Bettwäsche… Der Sex macht Männer farbenblind, sie vergessen ihre Hautfarbe, ihre Ehre, die Reinheit ihrer Rasse, sie tauchen ein in den Abgrund eines Eierstocks dem jeder Befruchtung recht ist. Dabei denken sie natürlich nicht an Befruchtung sondern an Befriedigung. Wer  Befriedigung erhielt, findet nur Frieden wenn sein Reisepass die nötigen Stempel enthält. Männer drücken den Frauen ihren Stempel auf, die Bürokratie stempelt die Männer ab. Unbefriedigte Frauen sind wie ungestempelte Männer, das Schicksal drückt jedem seinen Stempel auf. Mein Overstay ist bisher ordnungsgemäß abgestempelt, ich bleibe im Lande und nähre mich redlich. Die Restaurants verkaufen warme Speisen außer Haus, mein Blindenhund Bob apportiert das Plasticfood jeden Abend mit hängender Zunge. Früher war die Zunge ein Geschlechtsteil, heute hängt uns alles zum Halse heraus. Der Mensch hängt an seinen Gewohnheiten, die Zunge hängt am Menschen, ihre Abtrennung gehörte zu den bestialischen Gewohnheiten des Mittelalters, dem alles als Mittel zum Zweck diente, der Zweck heiligt das Mittelmaß. Früher wollte man das schlechte Image des internationalen Seebades verändern, heute hätte man es gern zurück. Die Anziehungskraft der Erde zieht uns an, die Anziehungskraft der Frauen zieht die Männer an, ein Magnetismus der durch eine Pandemie unterbrochen wurde, die man sich nicht hätte vorstellen können. Seuchen hatte es immer gegeben, bei AIDS konnte man noch den Schwulen die Schuld geben, bei der Vogelgrippe dem Vögeln. Die Vögel flogen davon, der infizierte Mensch blieb zurück, aber er vögelte weiter. Erst wenn das Alter ihm seine Grenzen aufzeigt, wenn das monströse Folterinstrument sich nichtmehr furchterregend vor der verängstigten Frau aufrichtet, sie verfolgt und belästigt, wenn der penetrante Körperteil wie ein poröser Gartenschlauch über dem nassen Sack in feuchter Windel hängt, ein schlaffes Anhängsel des abgeschlafften Liebhabers, erst dann wird der Mann zu einem Menschen den die Frau ohne Angst lieben kann. Angst ist die Triebfeder der Liebe, Angst vor Ablehnung und Einsamkeit, Angst vor Unfruchtbarkeit und Kinderlosigkeit, Angst vor einem Leben ohne Sinn. Der alternde, hilflose Mann aktiviert den Pflegetrieb der Frau, der alles pflegt was pflegebedürftig erscheint. Mitunter pflegen auch Männer bedürftige Frauen, immer mehr erobert sich der Mann Berufe zu denen er früher keinen Zugang hatte. Pattaya ist eine tote Stadt, die beliebte Walking Street ist keine Fußgängerzone mehr, kein Tourist setzt seinen Fuß in die sündige Meile, die Pandemie senkt die Preise für die Liebe am Nächsten. Bekanntlich ist sich jeder selbst der Nächste, wer von der Liebe lebt muss sich anpassen. Schöne Frauen , die  früher ihren Preis für einen Shorttime bei 4000 Baht angesetzt hatten, mussten sich nun mit 1000 oder gar mit 700 zufrieden geben. Es ist unbefriedigend einen Farang für einen Spottpreis zu befriedigen, ein Gesichtsverlust für ein schönes Gesicht. Ein schönes Gesicht genügt nicht, ein schöner Körper gehört dazu, eine Pandemie versaut das Geschäft. Gesicht und Körper sind Geld wert solange eine gesunde Nachfrage besteht, Seuchen bedrohen Wirtschaft und Dienstleistung, oraler Sex reißt Prostituierten die Maske vom Gesicht. Die Pandemie demaskiert die Liebe als Transportmittel für sexuell übertragbare Krankheiten, die schon immer die Freude am Freudenmädchen beeinträchtigten. Heute sah ich einen Film über weibliche Sextouristen in Kenia, Vollschlank und ungeliebt suchen sie Liebe bei schwarzen Gigolos, von denen sie am Strand belagert werden. Der Kommentar zum Film sprach von Fortsetzung der Kolonisierung. Mein Sextourismus begann in Kenia, bin ich Ausbeuter oder Ausgebeuteter? Wir beuten nicht aus, wir zahlen den Preis den das Leben verlangt. Wir haben weder den Sex noch das Geld erfunden, wir haben die Welt so vorgefunden wie sie ist. Jede neue Generation kämpft gegen die alten Strukturen, jugendlicher Idealismus will die Welt verändern und hält das sogar für machbar. Sex und Geld bestimmen wo es lang geht, wer von Selbstfindung und Selbstbestimmung faselt ist ein Traumtänzer. Im heillosen Durcheinander von Gier und Grausamkeit träumt der Gutmensch von der heilen Welt; „Ein bisschen Frieden“. Deutsches Liedgut. Lied gut, aber ein bisschen Frieden ist zu wenig. Unser Mann in Asien lebt seit fast zwei Jahren in der Einöde seines leeren Hotels, ein kleiner Rentner mit „eigenem“ Swimmingpool, zu einem Mietpreis von nur 300 Euro im Monat, Wasser und Strom extra. Pandemie, Schwindel und Atemnot binden ihn an seine Unterkunft; „Atemlos durch die Nacht“ trällert Helene Fischer, während ich Tag und Nacht um Atem ringe, ohne Covid 19 infiziert zu sein. Film und Schlager sind meine Vorerkrankungen, sie haben mein Leben abgewürgt, Schon Jean Paul Belmondos erster Film; „Außer Atem“ nahm mir den Atem, ich applaudierte den kommenden Star des französischen Films der sich nach der Premiere in Berlin verbeugte, heute ist er wie ich ein alter Mann mit Atemnot. Der Mensch atmet bis ihm die Luft wegbleibt, dann atmet er Frieden. Mein Pass muss erneuert werden, Ende August fahren wir zur deutschen Botschaft in Bangkok, mein Blindenhund Bob ist Reiseleiter, ein weiterer Deutscher fährt mit uns. Pattaya war einmal „Fest in deutscher Hand“, bevor Russen und Chinesen kamen, nun können nur noch wenige Thailänder am deutschen Wesen genesen. Wir halten die Stellung, heißt es im Landserjargon. Thailand lässt sich nicht okkupieren, Ausländer unterliegen strengen Gesetzen, einreisen darf nur wer Geld hat. Wer zu wenig hat wird an der kurzen Leine gehalten, die Bürokratie ist unerbittlich. Das neue Jahresvisum erfordert einen neuen Pass, wahrscheinlich auch eine umfassende Versicherung incl. Covid 19. Die Völker der Welt werden mit der Drohung geimpft das nur die Impfung das drohende Unheil abwenden kann. Es gibt keine Impfung gegen drohendes Unheil, das Unheil ist resistent, ein erbarmungsloser Gegner des Heils, es ist unheilbar, die heile Welt eine Illusion. „Heile heile Segen“, ein segensreiches Lied, das die Mutter dem verletzten Kinde sang, ein liebevoller Trost, eine Hoffnung, ein Versprechen. Was versprechen wir uns davon? „We shall overcome“, wir werden es überstehen. Wir unterliegen Gesetzen die wir überstehen wollen, das Gesetz des Fressens, die Angst vor dem Fressfeind der uns verschlingen wird wie der Ameisenbär die Ameise, er lässt hunderte auf der Zunge zergehen, es ist ein Sterben mit Genuss. Der Mensch tötet die Tiere bevor er sie verschlingt, schon beim Anblick des Fleisches das auf dem Bildschirm in der Pfanne brutzelt, wenn der Fernsehkoch den Löffel schwingt, läuft ihm das Wasser im Munde zusammen, Goulasch und das Geschnetzelte, Schnitzel und Keule wirken wie ein Keulenschlag. Früher mit der Keule erschlagen, heute im Supermarkt an der Fleischtheke preiswert eingekauft, ist das zerhackte Tier in jeder Küche willkommen; das Leben begrüßt den Tod. Gutmenschen macht das Angst, sie entdecken das Lebewesen im Nahrungsmittel, eine späte Wahrnehmung. Sie wenden sich ab von den Gräueln der Vorzeit, sind Botschafter einer neuen Zeit, die das Schweigen der Lämmer und das Furzen der Rinder in geordnete Bahnen lenken wird. Schon immer hat der jugendliche Furor  den Terror der Alten überwunden und eine neue Zeit begründet, auch wir Alten sind Kinder einer neuen Zeit, die uns liebevoll in eine bessere Zukunft begleiten wird, in der wir nichts mehr zu suchen haben.

WAS  SUCHT  DER MENSCH

Jeder Mensch ist auf der Suche, wird aber im eigenen Heim von Versuchungen heimgesucht, eigentlich ist jeder Mensch nur ein Versuchsobjekt um den idealen Menschen zu erschaffen, davon ist man weit entfernt. Im derzeitigen Entwicklungsstadium ist er ein Suchtobjekt das sich neben Alkohol und Nikotin alles reinzieht was die Nase verkraftet. „Wer schafft braucht Kraft“, wir haben die Kraft eine neue Welt zu schaffen, Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit, sind keine hohlen Phrasen; „Wir schaffen das „. Wenn wir das nicht schaffen, ist das nicht mehr mein Land, sagte Frau Merkel selbstvergessen, wollte sie auswandern? Die Fremden wandern ein, die Deutschen wandern aus, sie suchen die Sonne, sie streben zum Licht wie Insekten und verbrennen sich die Finger. In Thailand räumt man den Fremden keine Rechte ein, deutsche „Flüchtlinge“ erhalten keine finanzielle Unterstützung, sie müssen ein ausreichendes Einkommen nachweisen um im Lande geduldet zu werden, Eine Willkommenskultur nach deutschem Vorbild gibt es hier nicht, man hütet sich westliche Torheiten zu übernehmen. Willkommen ist wer Geld hat, die einzige Kultur, die ein Staat pflegen sollte. Humanitäre Gefühlsduseleien führen zu Rassenhass und Bürgerkrieg. Ich lebe seit Jahren in beiden Ländern, bin fremd in der Heimat, die von Fremden besetzt ist, und fremd im Gastland; „In der Fremde sind wir Fremde, in der Heimat sind wir fremd, Fremde nehmen uns die Heimat, nehmen uns das letzte Hemd. Wer Heimat in der Fremde sucht, wird ewig Fremder bleiben, darum lässt er nichts unversucht, uns daraus zu vertreiben“. Vertreibung und Ausrottung ist eine bewährte Tradition, so mancher stolze Staat entwickelte seine Macht auf dieser Grundlage. Keine Lage ohne Grund, die Gemengelage ist kein Grund zur Verzweiflung, die Zeit wird uns ein Zeitfenster öffnen, der Fortschritt ist zeitlos. Das Fortschreiten des Fortschritts ist beängstigend aber kein Grund zur Panik. Es ist der Blick zurück, der uns zur Verzweiflung treibt, einer strahlenden Zukunft steht eine grauenvolle Vergangenheit gegenüber, wer die Menschen kennt ist skeptisch. Sollen wir dem Menschen vertrauen, er ist nicht vertrauenswürdig. Auf hohem Ross hat er uns in die Scheiße geritten, er ist ein Nestbeschmutzer, der seine Herkunft verleugnet wenn es um den Profit geht. Die Nächstenliebe ist eine Fiktion, ein religiöser Wunschtraum, erst wenn wir den Nächsten hassen sind wir uns selbst am nächsten. „Der Nächste bitte“. Der Nächste ist eine Bitte, die Antwort ist; Nein danke. Danken wir dem Himmel wenn er uns die irdischen Sünden vergibt, der Mensch ist der Sünder, der Prophet der Verkünder. Er bringt dem Menschen frohe Kunde; Gott liebt ihn sogar dann wenn er hasst. Der Hass ist also von höchster Stelle abgesegnet, die Liebe ist nicht die einzige Himmelsmacht. Nicht zuletzt ist die Hassliebe eine beliebte Kombination von beiden, wir lieben was wir hassen und hassen was wir lieben; „Sometimes i hate you because i love you“ US-Liedgut. Viele Liedermacher schreiben gute Lieder, viele Menschen haben gute Vorsätze aber schlechte Vorgesetzte und konsumieren was ihnen vorgesetzt wird. Vor dem Gesetz sind alle gleich aber viele wehren sich gegen Gleichmacherei. Man muss nicht alles gleich machen, morgen ist auch noch ein Tag. Unsere Tage sind gezählt, also zählen wir Geld bis zum Ende unserer Tage. Es ist faszinierend in einer Bank einer Maschine zuzusehen die Geld zählt, der Mensch zählt nichts wenn die Maschine zählt. Während sie zählt werden den Menschen Märchen erzählt; sie werden in der Lotterie gewinnen und sich eine Maschine kaufen die Geld zählt. Was zählt wirklich? Natürlich alles was gut und edel ist; Der Gutmensch und das Edelweiß. Vom Edelweiß weiß jeder dass es edel ist, das Edelste ist jedoch der Gutmensch in seiner grenzenlosen Güte, er wird alles wieder gut machen was der Schlechtmensch angerichtet hat; „Es ist angerichtet“. Das Leben ist Kampf, stets kämpft das Gute gegen das Schlechte, das dem Guten haushoch überlegen ist. „Nicht schlecht, sagt der Schlechte wenn er den Guten betrogen hat und wünscht ihm alles Gute. Über allem steht die Güte Gottes, eine Einrichtung mit dem Gütesiegel: „Alles wird gut“. Wenn alles gut werden soll darf es den Armen nicht so erbärmlich gehen, die Reichen sollten die Maxime: „Leben und leben lassen“ nicht aus den Augen lassen. Wer im Luxus lebt darf die Armen nicht sich selbst überlassen, es wäre unterlassene Hilfeleistung. Ohne Unterlass ruft der Hilflose um Hilfe, sein Ruf verhallt ungehört; „Going with the Wind“. „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, Zarah Leander. Auch diese Ikone von der mein Vater Bilder und Schallplatten sammelte, ist vom Winde verweht, die Zeit heilt alle Wunden und bereitet den Menschen auf das große Vergessen vor, erst vergisst er sein Leben, dann vergisst er zu atmen. „Atemlos durch die Pandemie“, mit Helene Fischer durch die Nacht. Die Nacht ist wie ein Tag ohne Sonne, man sieht schwarz weil es ohne Licht keine Farben gibt. Der Farbenreichtum des Tages wird von der Nacht ausgelöscht, man steht im Dunkeln und liegt träumend auf der Matte. Der Traum ist das Nachtleben derer die im Schlaf nicht sündigen, geträumte  Sünden unterliegen nicht dem Strafgesetz, die Gesetze des Traums folgen eigenen Gesetzen. Die Nacht ist voll von Gesetzlosen die sich problemlos  in dieser Traumwelt zurechtfinden. Zu Recht ist der Traum die letzte Instanz aller irdischen Irrtümer, hier erfahren wir die Wahrheit über das Leben. Das Leben ist ein Traum, aus dem wir erwachen wenn es zu spät ist. Unser Träumer in Pattaya, der vereinsamte alte Mann mit dem treuen Blindenhund, der ihm nicht von der Seite weicht; „Der alte Mann und das mehr oder weniger“. Früher verlangten wir mehr vom Leben, heute verlangt das Leben uns das Letzte ab. „Das ist ja das Letzte“ urteilt der Unerfahrene Erfahrungen ab, das „Letzte“ steht ihm noch bevor. Der alte Mann am Meer hat sich einen Film über den Bau der Berliner Mauer reingezogen, wie er von Zugreisenden zu Anbeginn erlebt wurde, hier mussten Entscheidungen getroffen werden, die zu Tränen rührten. Die Welt ist ein „Tal der Tränen“, ein Mauerbau ist nur eine von vielen perversen Möglichkeiten die Tränendrüsen zu aktivieren. Im August 2021 sitzt der alte Mann, den Tränen nahe vor dem Fernseher und schaltet auf Laptop um an seinem Buch zu schreiben. Benebelt vom Bier beginnt er zu lesen und es gefällt ihm. Kann er von zukünftigen Lesern erwarten dass es ihnen auch ohne Alkohol gefällt? Erlaubt ist was gefällt, die Freiheit des Westens erlaubt sogar das was nicht gefällt. Vor gefühlten 50 Jahren schrieb Ester Villar ihr Pamphlet; „Der dressierte Mann“, erhielt Morddrohungen und verließ Deutschland. Sie hatte nicht, wie heute üblich die Männer sondern die Frauen beschimpft. Die Publikumsbeschimpfung sollte sich dann als Allgemeingut durchsetzen. Bei ihr war die Frau dumm aber raffiniert genug die Männer auszubeuten. Heute werden die Männer beschimpft, alle rufen; ME TOO, denn jeder ist angeklagt. Es gibt viele Lieder, die das Leben dem Menschen auferlegt; Das Weihnachtslied, das Kinderlied, das Liebeslied und das Klagelied was von allen gesungen wird. „Lerne Leiden ohne zu klagen“ sagt der Volksmund, aber Leid und Klage halten in unzerbrechlicher Freundschaft zusammen, wer nicht klagt versinkt in Schwermut und Wermut. Wer Mut und Geld aufbringt klagt sein Recht vor Gericht ein, wo im Namen des Volkes Recht gesprochen wird. So ist`s Recht. Die Rechten klagen die Linken an, und umgekehrt, wer soll da noch Recht sprechen? Mein „Blindenhund“ trabt nicht nur für mich durch das Leben, er hilft auch anderen Hilflosen, die Hürden der thailändischen Bürokratie zu überwinden, die ständig neue Verordnungen erfindet um sich immer neu zu erfinden. Männer erfinden Ausreden wenn sie fremd gehen, Beamte erfinden neue Formulare um sich mit dem Sextourismus abzufinden. Abfindungen an Beamte als Bestechung zu bezeichnen, verbietet die Höflichkeit. Mein Blindenhund verwaltet was nach dem Ableben eines Kunden vom Leben übrig blieb. Ein Sextourist im reifen Alter verstarb nach einem schweren Motorradunfall und hinterließ Bücher, die mir in die Hände fielen. Fünfzig Jahre nach der Provokation der Ester Villar, mit ihrem Buch; „Der dressierte Mann“, entdeckte ein Journalist den Gedanken und schrieb ihn neu. Das perfide an der Villar war, dass sie als Frau die Frauen beschimpfte, eine Bevölkerungsgruppe die schon bei Schopenhauer und Nietzsche einen „ Migrationshintergrund „ hatte. Der Nachahmer, ein gewisser Joachim H. Bürger hat gewissermaßen bei ihr abgeschrieben, wie andere für ihre Doktorarbeit abschreiben, um die Debatte neu anzukurbeln. Als Mann hat er nicht die Aufmerksamkeit eines Nestbeschmutzers erregt, er verteidigt lediglich den Mann, der von Emanzen in die Pfanne gehauen wird. Wenig originell ist der Titel des Buches das 1990 erschien und offenbar nicht so hohe Wellen geschlagen hat wie seinerzeit das Pamphlet einer Frau. Ich erinnere das Streitgespräch zwischen Alice Schwarzer und der verfemten Autorin, die nach Morddrohungen Deutschland verlassen hat, im deutschen Fernsehen. „Mann, bist du gut!“ (Was Männer den Frauen immer schon mal sagen wollten), Bürgers Buch ist amüsant und treffend aber eine Provokation für Leserinnen, denen er viel Spaß beim Empören wünscht. Provokation hält er für notwendig wenn man der Hetze gegen den Mann etwas entgegensetzen will. Während bei der Villar die Frau schlicht dumm genannt wurde, nennt Bürger sie schlicht faul, sie lässt lieber den Mann für sich arbeiten. Das kann ich nicht beurteilen, bin ich doch in dem Glauben erzogen worden dass Frauen fleißig und nur depressive Männer faul sind. Bürgers Buch muss sich gut verkauft haben, ein Jahr später wurden die nächsten zweihundert Seiten nachgereicht; „Mann, leb dich aus!“ Ich habe mich in Thailand ausgelebt, das war genauso stressig und teuer wie eine Ehe, auch die zärtlichen, liebevollen Asiatinnen sind Frauen die dem Mann nicht nur Sperma sondern auch Geld aussaugen.  Die Frau ist der Staubsauger des Mannes, sie staubt ab, er bleibt ausgesaugt zurück. Joachim Bürger redet auch in seinem zweiten Buch Tacheles, er spricht mir aus der Seele wenn er „Vergewaltigung in der Ehe“ als Paradoxon bezeichnet. Der Mann heiratet normalerweise den regelmäßigen Zugang zu einer Vagina an die er sich gewöhnt hat, er träumt nicht von den lieben Kleinen die er zeugen könnte, er will Geschlechtsverkehr und seine Ruhe haben. Mit der Ruhe ist es vorbei wenn die lieben Kleinen den Verkehr behindern und die Gattin keine Lust mehr hat. „Nein heißt nein!“ entspricht der Aufforderung eine Prostituierte aufzusuchen, das hätte er von Anfang an der Ehe vorziehen müssen. Das „Elend“ der Prostituierten müssen wir hier nicht erneut hochspielen, es geht auch ohne ihre Dienstleistung. Onanie und Homosexualität bieten sich als Ersatzbefriedigung an. Mögen die Frauen in Zukunft gleichgeschlechtlich verkehren oder den Dildo lieben, die Männer sich von Männern die eine Berufung zur Frau haben und durchaus in der Lage sind ihm die Sorgen wegzublasen, befriedigen lassen, möge der Krieg der Geschlechter endlich ein Ende finden. „Ab Freitag um eins macht jeder seins, der Single ist der Sinn des Seins“; Die Ehe ist eine Sackgasse. Bei aller Einseitigkeit, Joachim Bürger beschreibt den trostlosen Zustand der „Beziehungskisten“ sehr genau, ich hätte seinen Zuspruch früher gebrauchen können. Nun lese ich seine Bücher als alter Mann der die Launen und Bosheiten der Frauen überwunden hat und sich einen senilen Frieden wünscht.  Das ist alles der Schnee von gestern, leider ist der Neuschnee von heute auch nicht besser. Heute haben wir eine „ME TOO“ Bewegung, die das Zusammenleben von Mann und Frau erneut belastet. „Von Einem der auszog das Fürchten zu lernen“, ein Märchen aus alten Zeiten, heute muss keiner hinaus in die Welt, die „Me too – Weiber“ bringen ihm das Gruseln in der Heimat bei. Ich habe Frauen immer respektiert und nie als Menschen zweiter Klasse gesehen, eine solche Anmaßung käme mir nie in den Sinn. Ich lese mit Entsetzen was man Frauen in Vergangenheit und Gegenwart antut. Vielleicht wollen die Frauen Rache nehmen für Jahrhunderte der Unterdrückung; „Mit den Waffen einer Frau“. Die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben ist der Respekt vor jedem einzelnen Menschen, jeder ist ein Mensch und eine Persönlichkeit; „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Leider ist der Kampf der Geschlechter ebenso wenig beendet wie der Kampf der Kulturen oder die Kultur des Krieges. Es liegt ein Fluch auf der Menschheit, sie ist zum Kämpfen verurteilt; „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“. Der Mensch ist auf der Suche nach Glück, aber unglücklich im langweiligen Frieden. Der Krieg der Geschlechter ist eine Herausforderung, was wäre der Lebenskampf ohne Sieg? Wir sind auf Kampf programmiert, die Friedensliebe ist das Wunschdenken der Kriegsdienstverweigerer. Der Mann will die Frau besiegen, die Frau will den Mann besiegen, die Ehe ein Kriegsschauplatz, das Zusammenleben ein Machtkampf. Warum tun wir uns das an, ständig wird Liebe beteuert und Hass praktiziert, wer Liebe fordert muss seinen Hass unterdrücken und das Brüllen der Löwen gegen das Schweigen der Lämmer eintauschen. Der Löwe ist der König der Tiere, das Lamm ist die Speise derer die Schweinefleisch ablehnen. Wer bei diesem Konflikt heil davon kommt hat Schwein gehabt. Natürlich sind alle Männer Schweine die den Löwenanteil davontragen während die Frau als Unschuldslamm am Katzentisch die graue Maus spielt. Wer die Frau als Raubkatze und den Mann als Maus sieht kennt sich im Leben der Tiere nicht aus, bei Männern gibt es den Duckmäuser, bei Frauen die Katzenfrau, jedes Tier spielt die Rolle die ihm zugewiesen wird, der Mensch ist das Tier der unbegrenzten Möglichkeiten. Benimmt er sich wie ein Tier, wird er als animalisch abgestraft, benimmt er sich wie ein Mensch wird er als unmenschlich verdammt. Im Gegensatz zu den Tieren ist der Mensch das Opfer einer göttlichen Fügung, die ihre Schöpfung ohne Endkontrolle vom Band laufen ließ. Jeder will kämpfen und siegen, der Sport ist ein geeignetes Ventil den Siegeswillen friedlich zu kanalisieren, es gibt ein Siegerpodest, eine Goldmedaille und weltweite Anerkennung. Der Nationalstolz lässt die Brust anschwellen; „Unsere Jungs und Mädels haben gesiegt“. Der Jubel kennt keine Grenzen wenn unser Verein im Fußball gesiegt hat, wenn unsere Jungens gesiegt haben, haben auch wir gesiegt. So lange es Siege gibt, gibt es keine Niederlagen; „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. Jeder Sieg ist ein Sieg über das erbärmliche Dasein, jeder Kampf wird mit Mut und Leidenschaft geführt. Jeder will einer großen Nation angehören, will stolz auf seine Herkunft sein, einige wollen gar ihr Leben für eine große Idee hergeben; „Denn sie wissen nicht was sie tun“. Kriegshetzer, Kriegsgewinnler schieben den Karren an der alles in den Abgrund reißt und wieder einmal Millionen Tote fordert. Man feiert Siege, beweint Niederlagen, Millionen Mütter beweinen ihre Söhne. Das Leben ist ein Spiel das ständig wiederholt wird, es gibt mehr Verlierer als Sieger aber der Weg ist das Ziel. Jeder hechelt mit hängender Zunge beim Marathonlauf des Lebens dem Sieg hinterher, nur einer kann gewinnen aber der Kampfeswillen treibt uns an; „Das Leben ist Kampf, also kämpfe“.

                                                                       ABGESTEMPELT

Unter Palmen am Meer vegetiert unser Mann in Thailand, kontaktarm aber reich an Erinnerungen, einsam in einem billigen Hotel, neben ihm gibt es nur zwei weitere Mieter die mit sich selbst beschäftigt sind. Sie meiden den Pool, er schwimmt seit vielen Jahren um sein Leben, ein rüstiger Greis, der das Becken benutzt wann immer es seine Zeit erlaubt. Ein Mensch im sterbefähigen Alter, der täglich ein bis zwei Stunden mit Armem und Beinen ein stehendes Gewässer in Bewegung hält, das ohne in ein still ruhender See wäre. Die Ruhe in der kleinen Pension wird manchmal vom Gebell einer Horde Hunde in der direkten Nachbarschaft unterbrochen, deren Jaulen sogar das Gehör eines  Schwerhörigen belästigt. Der kleine Pool ist von einer rustikalen Steinmauer umgeben, der Blick des Schwimmers weilt in den Pausen auf dem Mosaik des groben Gesteins und den wenigen tropischen Pflanzen die darüber hinaus wachsen. Ein komfortables Gefängnis in Zeiten einer Pandemie, die uns Bewegungsfreiheit nimmt und Mundschutz verordnet, der uns den Atem nimmt. Es gibt kaum Gespräche mit dem Personal, man lächelt und schenkt Bananen wenn das Trinkgeld gezahlt wird. In der kleinen Anlage ist die Maske keine Pflicht, das bezahlte Lächeln wird sichtbar. Der alte Mann hätte noch das Geld um sich das Lächeln einer jungen Liebesdienerin zu kaufen;“Das Lächeln einer Sommernacht“, man würde seine unbeholfenen Liebesversuche belächeln, ein Mann ohne Erektion ist wie eine Frau ohne Menstruation. Während die Frau blutet, blutet dem Mann das Herz, im Alter verläuft alles unblutig. Die Zeit nach der Menstruation ist blutleer, bietet aber eine Willkommenskultur, wie sie nicht jedem Flüchtling geboten wird. Das Herz des alten Mannes schwelgt in Erinnerungen, sein Plagegeist hat längst den Geist aufgegeben. Müde hängt in der Hose was einst jeden Rahmen sprengte, mitunter versagt der treue Freund früherer Tage sogar den Dienst beim Pissen. Alte Männer werden zu Altenpflegern am eigenen Körper wenn der alte Schwanz mehrmals am Tage ein Katheter benötigt um das Nötigste abzuführen. Das Alter bringt uns zur Besinnung, es führt die Geschlechtsteile wieder ihrer eigentlichen Bestimmung zu, das Ablassen von Wasser ist wichtiger als die Befruchtung fremder Eier. Im Alter sind den Männern die eigenen Eier wichtiger als der Eierstock der Weiber. Die zwei  Meter hohe Mauer aus grobem grauen Gestein umgibt einen Pool dessen Wasser mit Salz aufbereitet wird, das  im günstigsten Fall 32 Grad Celsius warm ist. Libellen schwirren dicht über dem Wasser, Spinnen, Ameisen und Tausendfüßler wimmeln am Beckenrand, die Hauskatze geht senkrecht an der Wand hoch und bewegt sich katzenhaft auf der Mauer. In der Mittagshitze lagert sie sonnengeschützt unter einer der wenigen Sonnenliegen. Wenn ich beim Schwimmen Blätter aus dem Wasser fische und sie in ihre Richtung werfe, fühlt sie sich bedroht und flieht.“Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ ist anders als die Einsamkeit des Langzeitschwimmers in Zeiten der Pandemie. Über kurz oder lang läuft man weder kurze noch lange Strecken; Schwindel und Atemnot engen den Aktionsradius ein, ich lebe in einem Freiluftgefängnis mit Komfort, komme aber hier nie wieder fort. Zwischen sechs und sieben erscheint mein „Blindenhund“ Bob und bringt das Abendessen in Plastikbehältern, wir meiden Menschenansammlungen und sammeln Plastikmüll an. Im offenen Speisesaal am Pool gehen die Lichter und die Windmaschinen an, die künstliche Brise vertreibt die Mücken. Einsam sitzen wir an einem der acht Tische, die einzigen Gäste, die hier die Speisen der Fernküche genießen. Neben mir gibt es zwei weitere Mieter die sich nie hier sehen lassen, drei Mietern stehen sieben Angestellte gegenüber, der Besitzer zahlt zu. Er besitzt mehrere Hotels und fährt einen dicken Mercedes Benz, er muss sich nicht in die Schlange der hungernden Arbeitslosen einreihen, die am Beach auf eine kostenlose Mahlzeit hoffen. „Nur wer in Wohlstand lebt, lebt angenehm“ Francois Villon. Mein bescheidener Wohlstand, eine Grundrente und eine Betriebsrente, erlauben mir einen endlosen „Urlaub“ in Thailand um den mich viele beneiden. Bob sorgt für mich wie eine Mutter, er kauft alles Notwendige ein, erledigt alle Wege per Fahrrad  und strampelt sich die Folgen seiner Essgewohnheiten wieder ab. Bei Regen steuert er sein Gefährt mit links, in der Rechten hält er den Schirm. Er ist mein Schirmherr, er beschützt den alten Mann vor den Unwägbarkeiten des Lebens, überall bedroht uns die Bürokratie und die Blutdurst der „Papiertiger“. Bob gehört zu den wenigen Männern die einer Ehe gekonnt ausweichen um ihr Können sich selbst und nicht der Ehefrau zu beweisen. Manchmal erzählt er mir von einem gelungenen Shorttime für tausend Baht. Er ist ein charmanter Plauderer, mit einem gewinnenden Lächeln, das sicherlich bei Frauen gut ankommt. Aber er lässt sie nie zu nahe an sich rankommen, nimmt sie niemals mit in seine Wohnung. Man ist nett zueinander, wickelt ein Geschäft ab und der Kunde geht seiner Wege. Die Wege des Herrn sind unerforschlich, die Wege der Herren sind übersichtlich, wenn sie zufrieden waren kommen sie wieder. Bei mir kommen nur noch die Erinnerungen wieder, dafür muss man angesichts Alzheimer und Demenz sogar dankbar sein, was ist ein Mensch ohne Erinnerung? Wir wissen nicht ob alle Erinnerungen gelöscht werden, vielleicht bleiben die Schlechten in Erinnerung und plagen uns bis zum jüngsten Tag. Der jüngste Tag ist für die alten Tage eine Zumutung, ein Verjüngungsmittel das zu spät kommt. Am jüngsten Tag wird abgerechnet, da hat mancher die Rechnung ohne den Wirt gemacht, Milchmädchen haben da oft die besseren Karten. Jede Frau ist ein Milchmädchen wenn sie dem Neugeborenen die Brust reicht bis es reicht. Die Brust wird dem Samenspender, der sie oft für eine widerliche Busenmasturbation missbrauchte, entzogen und  an den Säugling weitergereicht, ein Lustobjekt das Erwachsene wie Kleinkinder anzieht. Männer sind widerlich, kleine Jungen sind süß. Warum kleine Mädchen lange Zeit nicht süß sondern unerwünscht waren ist einer rassistischen Gehirnwäsche zu danken, die sogar Mütter dazu bringt den Knaben mehr als das Mädchen zu lieben. Ich habe Mädchen immer mehr als Knaben geliebt, ich fand die Mädchen süß und die Knaben zu angriffslustig. Ich bin friedliebend und harmoniesüchtig, die Frau als Feind ist für mich ein Albtraum, ich hätte sie gern als Freund und Partner.  Ist eine Mutter, die ein Mädchen zur Welt bringt und das bedauert gefühllos? Hier wird man das Gefühl nicht los das etwas nicht stimmt. Es stimmt was nicht im Hirn des Menschen, er wird seiner Bestimmung nicht gerecht, ihm fehlt der Sinn für Gerechtigkeit. Er unterjocht die Tiere, aber auch seine Brüder und Schwestern, die Macht macht ihn zum Sklaven seiner Herrschsucht. Gesetze und Vorschriften behindern die freie Entfaltung des Menschen, er wird zusammengefaltet wie ein Blatt Papier, in ein Kuvert gesteckt dass ihm den Atem nimmt wie der Mundschutz der Pandemie. Der mangelnden Entfaltung folgen die Falten des Alters, sie graben sich ins Angesicht wie Furchen im Boden des Bauern, der fremdes Land beackert. Der Mensch ist was er sein soll; der Sklave des Grundbesitzers. Der Besitz von Grund ist der Grund für Klassenkampf, Kämpfer gegen soziale Ungerechtigkeit sind nicht ohne Grund gestorben, ein Grund mehr den Grundbesitz anzuprangern. Der soziale Pegasus geht mir durch, ich habe die Zügel nichtmehr in der Hand, die sogenannte Gerechtigkeit und die sogenannte Liebe galoppieren  mir davon, davon konnte man am Anfang nicht ausgehen. Das Licht der Liebe und des Sozialismus darf nicht ausgehen, diese Flamme darf nie verlöschen. Die Krankheit des Marxismus ist nicht zu besiegen, ich bin nicht der Einzige der diesem Irrglauben weiter anhängt. Andere hängen anderen Ideen an, sie haben eines gemeinsam; sie kosten Menschenleben und bringen nicht die gewünschte Veränderung. Einzig das Virus verändert unser Leben, wird es den Kapitalismus verändern? Die Bürokratie funktioniert unverändert, der Mensch ist nichts ohne ein gültiges Papier. Mein Reisepass läuft ab, Mein Blindenhund übernahm die Führung, organisierte die Taxifahrt nach Bangkok zur deutschen Botschaft. „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Es ist nicht der Glaube, es ist der Stempel der den Menschen zum Menschen stempelt. Der Staat drückt jedem seinen Stempel auf, wer nicht gestempelt ist, ist abgestempelt. Es wäre so einfach den Pass mit einem Stempel um weitere zehn Jahre zu verlängern, aber das Gesetz fordert einen völlig neuen Pass, der im Ausland den doppelten Preis kostet. Wir wissen dass im Leben alles seinen Preis hat, aber warum ist ein Pass teurer als ein Geschlechtsverkehr? Wer hat einen Orgasmus wenn er seinen neuen Pass in den Händen hält? „Ich habe einen Pass also bin ich“. Ich bin eine armselige Kreatur, die der Bürokratie Opfer zu bringen hat, ein alter Mann, der gezwungen wird die Hauptstadt des Gastlandes anzusteuern um sein altes Papier gegen ein neues einzutauschen. Der Pass ist aus Papier, das Geld ist aus Papier; „Papier ist geduldig“. Die Geduld ist ungeduldig, der Mensch lehnt sich auf. Früher hat er sich zurückgelehnt, heute lehnt er sich zu weit aus dem Fenster. Die Botschaft, der Taxifahrer und vier Personen hatten ein Zeitfenster das übereinstimmte, nach zwei Stunden Fahrt wurden wir in das schwer bewachte Gebäude eingelassen, durften Pinkeln gehen, Passfotos und Fingerabdrücke machen. Bei der Anfahrt hatte ich die Architektur der Millionenstadt bewundert, riesige Gebäude mit goldenen Kuppeln, in denen die Menschen, dem Mundschutz huldigen. Die Welt ist ein surreales Theater, in dem jeder eine Maske trägt, die Pandemie macht sie sichtbar. Als ich mit zitternden Händen meine Unterschrift zu Papier brachte, die mit früheren keine Ähnlichkeit hatte, erklärte mir die Sachbearbeiterin, eine Deutsche, dass ich mich nach 22 Monaten Abwesenheit in Deutschland abmelden müsste, sonst drohe mir eine Geldstrafe. Strafe muss sein, das lernen wir schon als Kinder; Die Mutter, die Geliebte, die Ehefrau strafen mit Liebesentzug, das Gesetz straft mit Ordnungsstrafen und Strafen bei Vergewaltigung in der Ehe. Man wird auch nicht ungestraft 88 Jahre alt, das Alter erhöht die Leidensfähigkeit und für das Leben erhält man die Todesstrafe. Man sollte den Tod nicht als Strafe sondern als Erlösung sehen, der Arme wird von seiner Armut, der Reiche von der Last des Reichtums erlöst. Immerhin ist der Tod die Endlösung von Problemen die nicht anders zu lösen waren. Das „Warten auf Godot“ kann sich unerträglich lange hinziehen, die Bürokratie stirbt erst wenn alle gestorben sind. Ich lebe mit dem Versprechen, in etwa sechs Wochen einen neuen Reisepass zu erhalten, der mein weiteres Leben erhalten wird, so werden alte Bräuche am Leben erhalten. In Pattaya, dem berüchtigten Seebad badet keiner mehr, die Zurückgebliebenen müssen es ausbaden. 120.000 Einwohner hatten früher neun Millionen Besucher zu ertragen, diese unerträgliche Zahl von Zahlungswilligen erforderte Tag und Nacht den guten Willen der Dienstleister, die den Gästen zu Willen waren. Bob hatte ein geräumiges Fahrzeug geordert, vier Personen teilten sich den Fahrpreis von 3.000 Baht für Hin und Rückfahrt, um 7:00 gestartet, waren wir um 12:30 wieder zurück in der verödeten Metropole am Meer und ich beendete meinen „Freigang“. Meine „Einzelzelle“ war noch nicht gesäubert, das Zimmermädchen hatte meinen Ausflug nicht bemerkt. Unbemerkt verlässt der Häftling seine Zelle, aber er weiß nicht wohin, neben dem Pass benötigt er nun diverse andere Ausweise, die ihn als geimpft oder clean ausweisen. So könnte man in Deutschland jeden ausweisen, der sich nicht ausweisen kann. Man wird mich aus Thailand ausweisen wenn ich die neuen Bedingungen nicht erfülle. Früher träumte man von der Erfüllung aller Wünsche, heute träumt man von der Erfüllung aller Bedingungen. Man kann das Leben erfühlen, erfüllen wird es sich anders. „Anders als die Anderen“ war damals der Titel eines Films über Homosexuelle, heute sind wir alle gleich, alle tragen die Maske, keiner kennt den Anderen. Eigentlich war der Andere immer mein Feind, sein Atem übel riechend, eine Maske wünschenswert. Ich erinnere einen Kuss, der den Geschmack der Speisen hatte die vorher verzehrt worden waren, das ist ernüchternd wenn man Feinschmecker ist und Pommes mit Mayo nicht mag. Über den Geschmack der Geschlechtsteile lässt sich streiten, meine letzte große Liebe, eine Frau die sich nach Amerika emanzipiert hat, versicherte mir glaubhaft dass mein  Penis den Geschmack von Icecream hätte. Das war nicht geschmacklos sondern Begünstigung von Wunschdenken. Der Liebende neigt zur Selbstverleugnung, er lebt für den Anderen, benötigt aber Strohhalme an die er sich klammern kann. Ein verliebter alter Narr braucht die fromme Lüge einer jungen Frau, die ihm vorgaukelt, was Frauen den Männern immer vorgaukeln, es sind begabte Schauspielerinnen; sie spielen die Liebende, sie spielen die Hingabe, sie spielen den Orgasmus, sie sind eine Spielbank die immer gewinnt. Männer sind spielsüchtig, sie setzen auf rot, die Farbe der Liebe, oder sie setzen alles auf eine magische Zahl; den Geburtstag oder das Alter ihrer Geliebten, die Zahl der Orgasmen, die er ihr bereiten konnte. Der Spieler spielt nicht um zu gewinnen, er spielt um zu verlieren, so verlieren wir uns wissentlich an die Frauen, weil die Spielbank immer gewinnt. Die Frau ist die Spielbank, der Mann ist die Bank die geplündert wird. Das Leben ist ein Spiel, jeder spielt die Rolle die ihm zugewiesen wird, wir sind die Marionetten der Puppenspieler, die ebenfalls an unsichtbaren Fäden hängen. Viele meinen das Gott alle Fäden in der Hand hat, weil er ja alles eingefädelt hat. Wir können nicht allen Unfug den wir anrichten Gott anhängen, deswegen hängen viele den diversen Verschwörungstheorien an. Verschwörungen gehen immer vom Menschen aus, das spricht Gott von jeder Schuld frei. Der Mensch neigt zum Schwören, er schwört auf das Leben seiner Mutter oder auf das Leben seiner Kinder, er schwört auf die Bibel, ist aber bereit allem abzuschwören wenn es erforderlich ist. Der Schwur ist eine Leistung die sich jeder leisten kann. In der Leistungsgesellschaft ist der Schwur eine Notwendigkeit, ein Bekenntnis, ähnlich dem großen Indianerehrenwort. Die Ehre der Indianer wird hier heraufbeschworen, sie baten den Büffel um Verzeihung bevor sie ihn töteten. Der moderne Spekulant bittet sein Opfer nicht um Verzeihung wenn er ihm die Wohnung nimmt, er hat keine Ehre.

                                                                               EINE  FRAGE  DER  EHRE

„Ehre wem Ehre gebührt“, „Ehe wem Ehe gebührt“. Die Ehe gebührt der Geburt, einer Bürde die man zu tragen hat, Männlein und Weiblein auf verschiedene Weise. Ein Kind wächst heran, wird es sich kindisch verhalten oder den Eltern Freude bereiten? Kinder sind dazu da den Eltern Freude zu bereiten, emanzipatorische Alleingänge pubertärer Weltverbesserer verunsichern Vater und Mutter, die doch immer nur das Beste gewollt haben. „Das habe ich nicht gewollt“, ist ein Spruch der jede Fehlleistung entschuldigt, er beweist dass guter Wille böse Folgen haben kann. Können Sie mir folgen? Alles was wir tun hat Folgen, das Leben ist eine Fernsehserie mit vielen Folgen, jede Staffel erhöht die Problematik der Gemengelage. Ein Leben wie im Film, das Leben schreibt die besten Drehbücher, sagt man. Entscheidend ist nicht was man denkt sondern was man sagt, darüber sollte man nachdenken. Das Nachdenken behindert die Arbeit der Vordenker, jeder Nachdenker kann über das Vorgedachte in Ruhe nachdenken und einen Denkprozess in Gang setzen, der das Schlimmste verhindert. Positives Denken ist gefordert, doch damit sind die meisten Leute überfordert. Was der Bürger vom Politiker fordert ist mehr als das was der Lobbyist fordert, wem soll er gehorchen, dem Volkswillen oder dem Willen der heimlichen Herrscher? Es ist eine Frage der Selbstbeherrschung, hier nicht der Empörung zu folgen, was schwerwiegende Folgen nach sich ziehen könnte. Das Empören ist eine naive Gefühlsäußerung, selbsternannte „Erziehungsberechtigte“ empören sich über die Benutzung eines Zahnstochers, oder anderer Nichtigkeiten, das ist allerdings wirklich empörend, was erlauben sich diese Kleindenker, wofür halten sie sich? Sie halten sich für weisungsbefugt, sie glauben sie hätten was zu sagen. Was sie sagen sagt alles über sie aus; Sie sind Kleinbürger mit Großmannssucht. Es ist die Sucht des Menschen groß zu sein, mit der sich der Kleinbürger herumschlagen muss. Kleine Bürger sind große Vollidioten im Machtrausch der Machtlosen. Macht nichts, wer keine Macht hat macht auch nichts und er merkt selten was wirklich mit ihm gemacht wird. Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse, er setzt Polizei und Armee ein um den Staatsbürger mundtot zu machen. „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“, „Nur ein toter Mund ist ein guter Mund“. „Der mündige Bürger“ ist eine Erfindung des Klassenfeindes, man redet dem Bürger ein, er hätte eine Stimme, in Wirklichkeit ist er taubstumm. Die Stimme der Vernunft kann er nicht hören, er kann nur mit ja oder nein stimmen. Wenn die Bedingungen stimmen stimmt auch die Demokratie, der Bürger hat das Stimmrecht, der Politiker hat das Recht. „Die Demokratie ist unvollkommen, aber wir haben noch nichts Besseres“. Tatsächlich ist die Demokratie besser als die Diktatur, aber die Diktatoren lauern in der Demokratie. Die Feinde der Demokratie liegen auf der Lauer, ihre Tage sind gezählt. Unser Mann in Asien zählt die Tage die ihm vergönnt waren, eine stattliche Zahl, die Zahl der Frauen die ihm vergönnt waren, eine geringe Zahl, wenn man sie mit der von Frauenhelden und Schönlingen vergleicht, die Frauen wie Blumen am Wegesrand pflücken und sie wie Unkraut hinter sich lassen.  Aber Unkraut vergeht nicht, die Schönheit der Frau erblüht stets von neuem und sie gewinnt das Spiel mit den alten Tricks. Die Alten kennen sie, die Jungen müssen noch viel lernen. Der Mensch ist lernfähig, der Mann nicht.

                                                              DER  SPIELTRIEB

 Das Kind im Manne fürchtet sich vor dem Kind in der Frau, er will spielen, sie will Kinder. Für den Mann ist der Trieb ein Spiel, für die Frau ist der Mann das Vorspiel. Der Mann ist unfähig die Frau auf Touren zu bringen, das missglückte Vorspiel hat immer ein trauriges Nachspiel, hier ist nach dem Spiel nicht vor dem Spiel. Es ist anstrengend eine Frau so zu bespielen dass sie wirklich mitspielt; „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“. Wenn Frauen nicht mitspielen wird dem Mann übel mitgespielt, hier ist die Onanie das kleinere Übel. Die Übelkeit während der Schwangerschaft ist zum Kotzen, man muss sich übergeben um der Welt ein Kind zu übergeben. Nimm es hin, du böse Welt, es ist ein gutes Kind. Jedes Kind ist gut und wird sich gut zurechtfinden, im Unrechtsstaat der Diktatur des Proletariats und in der freien Welt, der Diktatur der Freiheit. Vielleicht wird gerade dieses Kind ein Freiheitskämpfer werden, der die Menschheit von der Freiheit befreit und sie in die Geborgenheit der Unfreiheit zurückführt. Die Freiheit ist nur geborgtes Glück, das zurückgezahlt werden muss, Geborgenheit garantiert eine Sicherheit die nicht zu verunsichern ist. Sicher sind das keine sicheren Erkenntnisse für jemand der sich zu hundert Prozent absichern will, die Zeiten sind unsicher und die Verluste sicherer als die Gewinne. „Gewinne dein Leben neu“, lautet ein Spruch für Spieler, die am Spieltisch ihr Leben verlieren, das Einzige was sie einzusetzen haben. Das Leben ist ein Spiel, die Liebe ist ein Spiel, Zeugung und Geburt sind Teile eines Spiels dessen Regeln wir nicht verstehen. Es sind göttliche Regeln, die man nicht anzweifeln darf weil sie von Oben kommen. Damit sind wir wieder beim Kern des Problems; „Was von Oben kommt ist heilig“. Zum Schein trägt es einen Heiligenschein, der eine ähnliche Faszination hat wie der Geldschein. Das Geld ist nur schöner Schein, bei einer Entwertung ist der neue Schein schöner. Der Mensch will schöner scheinen als er ist, alles was er ist, ist nur scheinbar. Der Schein in bar gehört der Vergangenheit an, das Geld wird abgeschafft, nur die „Barfine“ bleibt bestehen. Ein Auslösebetrag den der Kunde an die Bar zu zahlen hat wenn er eine Barfrau frei kauft, sie geht für eine Nacht in seinen Besitz über. „Besitz macht unfrei“, davon weiß auch der unmusikalische Freier ein Lied zu singen, weil die sogenannte Liebe den Freier unfrei macht. Er geht in den Besitz der Frau über, sie hat von ihm Besitz ergriffen. Ergriffen stehen wir vor derartigen Phänomenen; die Liebe ist das Wunder aller Wunder. Ohne Geld wäre das Wundervoll, mit Geld ist es die Realität. Vieles ist nicht mit Geld zu bezahlen, aber dann bleiben Rechnungen offen. Der Wirt hat die Rechnung ohne die Viren gemacht, die machen jedes Geschäft kaputt. Wohl dem, der vor der Pandemie sein Schäfchen in trockenen Tüchern, seinen Fisch an Land gezogen hatte, der Sex ist die Angelrute der Frauen, wer anbeißt hängt am Haken. Ein gütiges Schicksal bewahrte mich vor derartiger Ausbeutung, „Der amerikanische Freund“ war mein Helfer in der Not, meine letzte große Liebe geht im fernen Amerika ihrer Berufung nach. Wir alle sind zu Höherem berufen, ein gütiges Schicksal bewahrt uns vor dem Absturz nach dem Höhenflug. Die Liebe verleiht uns Flügel, die Realität rupft uns die Federn. Kaum sind wir, nach inniger Umschlingung aus den Federn, werden wir von der Realität geteert und gefedert. Flügellahm machen wir eine Notlandung und landen auf dem Bauch. Wir hätten auf das Bauchgefühl hören sollen. Das Bauchgefühl wird von Männern und Frauen verschieden gefühlt, während der Mann Eisbein und Bier im Bauch hat, hat die Frau ein Kind im Bauch. Es gibt also wesentliche Unterschiede zwischen Mann und Frau. Ein gravierender Unterschied ist die Anfälligkeit für Alkohol, ich spreche aus eigener Erfahrung, es gibt mehr trinkende Männer als Frauen. Ich sitze einsam in einem billigen Hotel, mein Zimmer kostet etwa 300 Euro, meine Mitbewohner sind Kriechtiere die durch meine Träume kriechen, selbst dann wenn ich sie vor dem Schlaf hinausbefördert habe. Regenzeit, es regnet Tag und Nacht, eine große Schnecke, die sich ein eigenes Haus leisten kann, sucht Zuflucht in der Trockenheit meiner billigen Bude. Mit einem Fußtritt befördere ich sie hinaus in das Hochwasser, soll sie ertrinken, ich dulde keine Untermieter. Ich befolge die Gebote und töte  kein kleines Getier das mir den Nerv tötet, ich bin ein Christ der in Buddha und den anderen Liebenswerten seine Vorbilder sieht. Ein Vorbild ist besser als ein Feindbild. Man muss sich von den Insekten ein Bild machen, sie sterben aus, wir werden ihnen folgen. Ich kann keiner Fliege etwas zu leide tun, ich lasse die Fliegenklatsche links liegen wenn eine von rechts kommt und auf meinem Arm landet. „Arm dran ist besser als Arm ab“, eine Fliege ist weniger gefährlich als ein Mensch für den du deine Hand ins Feuer legen wolltest. Die Verbrennung der Hände war im Mittelalter ein Mittel dem guten Menschen den guten Glauben auszutreiben, wer sich die Finger verbrannt hatte, hatte keine Fingerabdrücke und war untauglich für die Neuzeit. Meine Fingerabdrücke wurden in der deutschen Botschaft in Bangkok elektronisch abgenommen, sie weisen mich jedoch nicht als Alkoholiker aus, nach Sucht wird nicht gesucht. Die Sucht hat viele Gesichter, der Mensch hat nur eins. Man kann es mir nicht ansehen aber ich bin ein Alkoholiker, die Flasche hat für mich eine symbolische Bedeutung. Zum Glück bin ich auf die Bierflasche fixiert, „Bier ist kein Alkohol“ sagt der Volksmund. Der Volksmund ist der Regierungssprecher der herrschenden Klasse, der Staat ist das Volk – oder? Wenn ich mich in Deutschland nicht abmelde droht eine Ordnungsstrafe, Ordnung muss sein, Unterordnung der unteren Klassen ist Gesetz. Ohne Untergeordnete gibt es keine Übergeordneten, ohne Untergebene keine die sich übergeben müssen. Das Leben ist zum Kotzen, mit und ohne Alkohol. Es gibt den kotzenden Armen und den „bekotzten“ Reichen, nie werden sie sich die Hände reichen. Auch der Arme kann ein reiches Leben haben wenn er bereit ist die Armut anzunehmen wie eine unheilbare Krankheit. Bei Armut gibt es keine Heilung, sie ist das Krebsgeschwür der reichen und die Normalität der armen Länder. Armut ist eine Aufgabe, wer aufgibt verliert. Trotz allem sollten wir das Leben als ein wunderbares Monopoly sehen, in dem jeder sein Glück machen kann dem das Unglück der Anderen an Arsch vorbei geht. Der Arsch ist der Mittelpunkt der Welt, wir scheißen auf alles was kein Geld bringt. Wir wollen Geld haben wie Scheiße, eine Materie die bekanntlich nicht stinkt. Natürlich stinkt das alles zum Himmel, wird dort aber nicht wahrgenommen. Ist Gott im Himmel oder im Weltall, vielleicht ist er Lichtjahre von uns entfernt und entfernt sich ständig weiter, die Entfernungen sind unendlich. Nur Er könnte den Menschen entfernen, so wie Er ihn einmal eingesetzt hat, es wäre so leicht diesen Irrtum aus der Welt zu schaffen, eine Fehlgeburt der Schöpfung, ein Bastard, ein Irrtum des Fließbands. Natürlich gibt es bessere Welten, dort leben aber  keine Menschen. Der Wert eines Menschen ist nicht der Rede wert, man sollte ihn wertfrei betrachten und nicht überbewerten. „ Jede Überbewertung erzeugt neue Ängste „ Die Angst ist ein Wert an sich, ein Geschenk der Schöpfung, was wären wir ohne unsere Ängste? Was wären wir Männer ohne die engste aller Frauen, eine Frau die so eng gebaut ist dass sie den Penis erwürgt, er stirbt in der Enge des Schachtes als hätte er sich die Schlinge um den Hals gelegt. Tatsächlich ermorden sich die Männer auch in weniger engen Schächten, sie lieben die Fahrt in den Abgrund wie der Kirmesbesucher die Achterbahn. Wer diese Fahrt einmal gewagt hat, will es immer wieder tun, selbst der Kumpel im Schacht träumt vom Schacht der Frau, den er anbaggert bis zum Abspritzen. Früher hatte die Frau Angst ein Kind zu bekommen, heute hat der Mann Angst ein Kind zu bekommen, Kinder sind teuer, das nimmt ihm die Freude am Geschlechtsverkehr, er ist dankbar für jede Befruchtung die keine Früchte trägt. Unfruchtbare Frauen überreden den armen Kerl zur Adoption eines Waisenkindes, hier wird die Verweigerung des Mannes, der die Früchte seiner Fron in liebevoller Zweisamkeit genießen wollte, auf den Kopf gestellt, er soll ein fremdes Balg in das traute Heim aufnehmen, nur um den Mutterinstinkt seines Weibes zu befriedigen. Der Mann wird in die Pfanne gehauen, er muss arbeiten wie ein Hund, da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Verrückt was Frauen sich alles einfallen lassen, um ihrer Bestimmung nachzukommen; Nachkommen zu erstellen. Kinder sind undankbare Geschöpfe; „Ich habe Euch nicht um das Leben gebeten“ werden sie einmal sagen und den geplagten Eltern den Stinkefinger zeigen. Dabei waren sie doch so süß als sie klein und hilflos waren. Kleine Kinder animieren den Pflegetrieb bei Mann und Frau, mit verklärtem Antlitz  glotzen sie wie hypnotisierte Kaninchen auf Gesicht und Patschhändchen der drolligen Kleinen und verschwenden keinen Gedanken an das Miststück, das es einmal werden könnte. Es könnte ein knackiger Neonazi oder ein infantiler Amokläufer werden, alle Wege ständen ihm offen. Viele Heranwachsende verfallen dem Rauschgift, spritzen Heroin oder verspritzen Gift und Galle im Internet. Im günstigsten Fall werden sie langweilige brave Bürger und verspritzen Sperma um nach dem Tode in ihren Kindern weiterzuleben.

                                                                             DAS  LEBEN  NACH  DEM  TOD

Nach dem Tod leben unsere Kinder weiter, sie sind Äste am Stammbaum der Familie, dessen welke Blätter der Herbstwind vor sich her treibt. Was immer der Mensch treibt, immer treibt er es zu weit. Zuweilen treibt er es zu zweit, das treibt ihn ins Unglück. Wie ist es möglich dass uns das Glück ins Unglück treibt? „Das Glück ist eine feile Dirne“. Die Dirne ist wohlfeil für Jedermann, sie ist das Fastfood für den kleinen Mann, die Kurtisane ist die Zweitfrau des Feinschmeckers, eine Delikatesse für den Kenner der keine Experimente liebt. Exkremente werden nur von Perversen geliebt, der Normale fühlt sich dabei angepisst. Männer die Frauen anpissen, dürfen sich nicht wundern wenn sie von ihnen angeschissen werden. „Der Anschiss lauert überall“ sagt der Volksmund, die Stimme der Demokratie. Wer sich von der Demokratie angeschissen fühlt, möge die Diktatur des Proletariats oder des Kapitals wählen, freie Wahlen sichern das Mitbestimmungsrecht jedes Einzelnen. Der Einzelne ist nichts ohne die Frau an seiner Seite, die steht vor dem Spiegel und sieht alles seitenverkehrt. So hat jedes Ding zwei Seiten, der Mann sieht das Ei des Columbus, die Frau sieht das Spiegelei. Vielleicht ist alles eine Spiegelei, wir befinden uns in einem Spiegelkabinett, wie der Held eines alten Schwarz/Weiß-Films, der seinen Revolver auf Spiegelbilder abfeuert. „Wie in einem Spiegel“ von Ingmar Bergmann. Wer ist denn das, den kennt doch keine Sau. Die Sau ist das Muttertier der Schweinerei, die wie eine Pandemie um sich greift, alle Männer sind Schweine und jede Sau wird missbraucht. Der Missbrauch ist ein Brauch von alters her, er ist ein Privileg des Alters. Wer sein Ding an der Jugend reibt, geht reibungslos in Gefangenschaft. Hier kann er endlich sein Ding wieder selbst in die Hand nehmen und die Dinge realistisch sehen. Das Ding ist unabdingbar, aber auch per Hand handlungsfähig.

 

                                                           WIEDERHOLUNG

 

 

 Eine von vielen Schwächen des Alters ist die Wiederholung, der alte Mensch wiederholt was er erinnert, unfähig zu erinnern wie oft er sich erinnerte. Hier schiebt die Demenz einen Riegel vor, Erinnerungen werden gelöscht und landen im „Papierkorb“. Der Computer ist in der Lage diesen über den User auszuschütten wie ein Füllhorn das es zu leeren gilt, daraus sollten wir Lehren ziehen. Bekanntlich ist der Mensch unbelehrbar und der Computer unleerbar. „Der Mensch denkt, Gott lenkt“, „Ich denke, also bin ich unfähig zu lenken“. Wer betrunken Auto fährt, sollte also nicht denken, wie man es ja ohnehin den Pferden überlassen sollte, die haben den größeren Kopf (Volksmund). Beim Pferd sind Kopfkino und Kopfgeburt undenkbar, es denkt ohne Bedenken. Bedenkenlos überspringt es Hürden und Abgründe, der Western ist mein Zeuge. Das Pferd war das Fortbewegungsmittel des Cowboys, ein „Volkswagen“ auf vier Beinen, der Vorläufer einer Entwicklung die Pferdestärken auf vier Rädern anbietet. Pferde sind nicht unbegrenzt belastbar, man hat schon Pferde kotzen sehen (Volksmund). Nicht nur Pferde finden das Leben  zum kotzen, auch der Mensch kotzt gern wenn sich ihm der Magen umdreht. Die Frau freut sich wenn sich ein Mann nach ihr umdreht und umgekehrt, das Kotzen kommt später. „Kotz doch“ sagte meine Mutter wenn ich etwas zum Kotzen fand, sie wollte mir das Leben erleichtern.

Das Leben wird leichter wenn wir uns erleichtern, die Leichtigkeit des Seins wird sichtbar wenn wir alles auskotzen. Das Leben ist kostbar und kotzbar, man kann es genießen und ausspeien, es ist ein Genussmittel mit Nebenwirkungen. Man kann die Wahrheit herausschreien oder die Speisen herauskotzen, das sind Ausbrüche die kaum Beachtung finden; „Jeder kotzt für sich allein“. Der Mensch ist der Mittelpunkt der Welt aber ein Brechmittel. Die Natur ist gnädig, sie lässt uns sterben wenn wir unsere Pflicht erfüllt haben, der Forschergeist des Menschen erfindet Medikamente die ein Menschenleben bis zur Unerträglichkeit verlängern, sie bekämpfen die Müdigkeit des Alters, rütteln den Greis wach, der gerade dahindämmern wollte. Ich bin ein Mann im besten Greisenalter, man sieht mir meine 90 Jahre nicht an, ich kümmere mich nicht um Demenz und Covid 19 und fühle mich als wäre ich 19. Ab 18 darf man wählen aber man hat keine Wahl. Mit 89 hat man siebzig Jahre lang die Falschen gewählt, weil es die Richtigen nicht gab. Die Richtigen sind so selten wie sechs Richtige im Lotto. Wer Lotto spielt kann nichts falsch machen, weil dort die Richtigen gewinnen. Die Kleinen zahlen ein, die Großen gewinnen. Die Welt ist aufgeteilt in Looser und Winner, beim Lotto kann der Looser nichts gewinnen. Der Looser gewinnt neue Einsichten wenn er verliert, der Verlust ist der Gewinn; dein Geld ist nicht weg, es gehört nur einem Anderen. Denke nicht darüber nach, vertraue den Vordenkern. Theoretisch könnte man vorher denken, man denkt aber erst nachher über seine Fehler nach. Konnte man denn vorhersehen dass man das Nachsehen haben würde? Das Sehen bestimmt die Abläufe, es geht um die Sicht der Dinge. Wer die Welt als Geschäftsmann begreift, greift zu wenn sich eine Chance bietet, der Träumer sieht die Welt als einen Traum der wahr werden wird. Die Wahrheit ist gnadenlos und grausam, das Leben ist ein Albtraum den man bis zum bitteren Ende erleben will. Die Liebe war süß, das Ende war bitter, es war für jede Geschmacksrichtung etwas dabei. Dabei fing alles so vielversprechend an; Man entdeckte die Welt und all ihre Wunder, wunderte sich allerdings stets über das wundersame Verhalten von sich selbst und Anderen. Der Mensch ist ein Wunder der Schöpfung, die damit noch nicht voll ausgeschöpft ist. Der Mensch ist unvollkommen und verbesserungsfähig, Gott hat ein Neues Team zusammengestellt dass den neuen Menschen erschaffen soll, er braucht fähige Mitarbeiter um der neuen Kreatur Leben einzuhauchen. „Ein Mensch, wie stolz das klingt“ (sowjetischer Dichter). Wir sollten stolz sein der Vorläufer einer neuen Generation von Menschen zu sein, die vollendet was wir verbrochen haben. Jeder Mensch ist ein verurteilter Verbrecher, eingesperrt im Gefängnis seiner Schuldgefühle, rüttelt er an den Gitterstäben der Schuld. Jeder Ausbruchsversuch ist sinnlos, Stacheldraht und hohe Mauern verhindern den Freigang. Freies Gehen ist besser als gefangenes Sitzen, der Gefangene sitzt hinter Gittern während die Freien ihrer Arbeit nachgehen. Keiner geht freiwillig seiner Arbeit nach, er muss die Miete bezahlen und die Kinder ernähren, ein Gefangener der sogenannten Liebe, aber ein Freigänger kann fremd gehen und Mauern überwinden. Die Berliner Mauer war ein Symbol für Unfreiheit, wer frei ist kann Häuser Kaufen und Mieten erhöhen.

Natürlich sind das Argumente eines kommunistisch infiltrierten Ossis, der die Freiheit des Westens nicht zu schätzen weiß, eines Unbelehrbaren der die Wiedervereinigung nicht verdient hat, Undank ist der Lohn der guten Tat. Die Politik tut Gutes aber das Volk ist undankbar. Am Ende danken wir alle Gott dass er es so gefügt hat wie es ist, die Welt ist ein kompliziertes Gefüge , der Mensch fügt sich in sein Schicksal. „Was du nicht willst dass man dir tu, das füg auch keinem Anderen zu“. So fügt sich eins zum anderen. Göttliche Fügung macht Menschen gefügig, doch sie genügen einander nicht, die Auswahl ist unendlich aber es finden stets die falschen Leute zueinander. Was ist falsch an der Liebe, wird sie von der Werbung verfälscht oder packen wir es falsch an? Wer heute eine Frau anpackt kann einpacken. Jeder Mensch auf dieser Erde ist ein Opfer, die Reichen opfern die Armen, die Armen opfern sich auf, es ist eine Frage der Opferbereitschaft. Der verzweifelte Ausruf; ME TOO wird millionenfach wiederholt, jeder ist betroffen und die nicht Betroffenen heucheln Betroffenheit. Hier geschahen Dinge die im Tierreich alltäglich sind, aber der Mensch ist kein Tier, das wollen wir hier einmal klarstellen. Das kopulieren der Tiere unterscheidet sich wesentlich von dem des Menschen, dem Tier ist alles animalisch, während dem Menschen alles unmenschlich ist. Ich verzeihe dem Menschen seine Animalität, man ist ja kein Unmensch. Der Unmensch ist eine Erfindung des Gutmenschen; ungeduldig, unzufrieden, unglaubwürdig, undankbar, unzuverlässig, unbequem,

undurchschaubar, ungenießbar, unannehmbar. Der Gutmensch ist die „Schokoladenseite“ des Unmenschen, das Selfie ist die Offenbarung der Unschuld die wir uns schulden, alle Regierungen sind verschuldet, alle Bürger sind unschuldig. Die Unschuld des Einzelnen wird missbraucht, Frauen sind die Opfer sexueller Übergriffe, Männer die Opfer finanzieller Übergriffe, das ist Länderübergreifend. Männer betrachten den Penis als die Krone der Schöpfung, ein Phallus der sich herausfordernd aufrichtet und aufrichtig den Wunsch hat dem Weibe eindringlich klar zu machen wer das Sagen hat. In Märchen und Sagen versagen die Frauen wenn sie versuchen das Unheil abzuwenden, gegenüber der Schöpfungskrone sind sie machtlos. Die Vagina, ist mit dem Penis nicht zu vergleichen, sie ist nicht hervorragend und verbirgt sich scheu zwischen den Schenkeln, sie macht sich unsichtbar, trägt einen Drei Tage Bart, der unregelmäßig abrasiert wird. Und doch ist sie mehr als ein sprudelnder Quell lauwarmen Brauchwassers, sie ist die Krone der Wertschöpfung. Sie ist die Kelle die den Rahm abschöpft und den Mann unterbuttert. Der Rahm ist der Rahmen eines Bildes das den Kampf der Geschlechter in der Endphase darstellt; Es zeigt eine siegreiche Amazone die die Zone der Unterdrückung verlassen hat und ihren Fuß auf den am Boden liegenden Mann setzt, ihr siegreiches Schwert droht den Penis des Opfers abzutrennen, welches in nackter Angst zu ihr aufschaut und um Gnade winselt. Ein unwürdig weibisches Verhalten, das Ende aller häuslichen Gewalt. My Home is my Castle, zutritt für Männer verboten. In ferner Zukunft wird es weder ungleiche Paare noch die längst überholte Ehe geben, die Menschheit entwickelt sich weiter, das Glück des Einzelnen steht über der tragischen Tradition nicht kompatible Geschlechter auf engstem Raum in unbezahlbaren Wohnungen aufeinander zu hetzen, wo Sado Maso Triumphe feierte. Leider leben wir heute noch im Heute, aber morgen wird jeder Morgen ein schöner Morgen sein, an dem die Sonne für jeden scheint, der der Mischehe ade gesagt hat. In jedem Manne steckt ein Kind und das will spielen. Seit die Frauen gleichgeschlechtlich verkehren und die Männer mit Puppen spielen herrscht Ruhe im Puff, wie man früher sagte. Der Puff war die Pufferzone des Ehemannes, der zu Haus zuschlug und im Puff zustieß. Eine Vergangenheit an die Männer und Frauen mit Schaudern zurückdenken. „Ab Freitag um eins macht jeder seins“. Der Freitag an dem die Ehe für ungültig erklärt wurde ist heute ein Feiertag, der „Tag der Befreiung“ schuf freie Menschen, früher war die Würde des Menschen unantastbar, wurde jedoch von den Faustschlägen frustrierter Ehemänner mit Füßen getreten, heute steht das Glück des Einzelnen unter dem besonderen Schutz des Staates. Früher war der Einzelgänger ein Einzelgänger, er war verdächtig und galt als nicht bindungsfähig, erst wenn er gebunden war, war er ein „Dopplgänger“ und hatte doppelte Sorgen. Trotz dem paarten sich ständig Paare verschiedenen Geschlechts und dachten sich nichts dabei, Männer und Frauen wurden in einen Topf geworfen, nach dem Motto: „Jeder Topf findet seinen Deckel“. Dem Mann ist der Bierdeckel wichtiger als seine Frau, er trinkt um sie zu vergessen. Wenn er heim kommt ist sie immer noch da, das ist ein Schock der zum Trauma werden kann, ein unerträglicher Zustand. Decken wir das Thema mit dem Deckel der Nächstenliebe zu, in diesem Topf schmort die Vergangenheit. Keine Zukunft ohne Vergangenheit, der Mensch lernt aus dem Vergangenen welche Fehler in Zukunft zu vermeiden sind und vermeidet so die Kollision mit Eisbergen die unter der Wasseroberfläche vor dem Klimawandel Schutz suchen. Der Klimawandel brachte manchen Wandel mit sich; unglückliche Ehepaare wandelten sich zu glücklichen Einzelwesen, die ihr Glück nicht mehr in einer heimtückischen Falle namens Liebe suchten, sondern lernten sich selbst zu lieben. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Man kann andere nur lieben, wenn man sich selbst liebt, der Egoismus steht vor dem Altruismus, jeder ist sich selbst der Nächste. Die Nächstenliebe ist zunächst eine gute Sache, kann aber böse Folgen haben; liebe ich den Nächsten zu wenig, wird er merken dass von mir nicht genug rüberkommt, liebe ich ihn zu viel, geht ihm meine Eifersucht auf den Sack. Früher glaubten wir an den Weihnachtsmann und seinen prall gefüllten Sack, später wurde uns bewußt dass im Sack nur zwei Eier sind, die man nicht in die Pfanne hauen darf. Männer die ihre Frau nicht schlagen, werden von ihr mit der Pfanne geschlagen wenn sie besoffen aus der Kneipe kommen, das ist häusliche Gewalt und kein Frauenhaus nimmt misshandelte Männer auf. Die Frauen nehmen es mit den Männern auf, nur noch eine geringe Zahl von Männern wagt es die Hand gegen sie zu erheben, die meisten züchtigen ihre Frauen verbal, kommen aber gegen die Zungenfertigkeit der Frau nicht an. Diese Fertigkeit machte die Frauen in früherer Zeit zu begehrten Spielgefährten der Männer, die Zunge spielte eine gewichtige Rolle beim beliebten Vorspiel, das leider meist ein übles Nachspiel hatte. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel; „Man spielt nicht mit der Liebe“ (Filmtitel). Das Spiel mit der Liebe mündete oft in eine zweite und dritte Ehe, sie lernen nichts dazu. Dazu will ich nun nichts mehr sagen, das Thema ist ausgelutscht wie ein erschlafftes Glied, die Trennung der Geschlechter hat Freiräume geschaffen für Menschen die in der Ehe schmachteten wie Häftlinge in der Zelle. Die Ehe ist die Zelle für die Feindschaft zwischen Mann und Frau, hier kocht über was zu heiß gegessen wurde, dann liegen die erkalteten Gefühle wie Erbrochenes am Boden und das Weib wird zur Putzfrau erniedrigt. Kinder sind süß, Hunde sind putzig, Frauen sind Putzfrauen. Erst putzen sie sich heraus um einen Mann zu angeln, dann werden sie Hausfrauen mit Putzfimmel. Männer hauen auf den Putz und lassen die Puppen tanzen. In Zukunft wird jeder eine Puppe haben, mit der kann er Walzer tanzen oder ein Gespräch ohne Widerworte führen, ein Frauenzimmer das im Zimmer sitzt und nicht nervt. Frauen gehen den Männern auf die Nerven weil sie Ansprüche stellen; sie verlangen Geld, Aufmerksamkeit und Gehorsamkeit, während Männer nur Zuneigung und Dankbarkeit ersehnen. Die Sehnsucht ist eine Sucht der man erliegt, das liegt in der Natur des Menschen. Die Natur ist übermenschlich, sie fegt den Menschen hinweg wie ein göttlicher Besen; „Besen Besen, sei`s gewesen“. Der Mensch hat Stil, der Besenstiel reinigt die Spielfläche und schafft Platz für neuen Schmutz. Asiatische Frauen sind die Schmutzkonkurrenz für europäische Frauen, sie unterwandern das Geschäft mit der Liebe, und führen Werte wie Demut und Anpassung in den Existenzkampf ein, Werte deren Wert bisher unbestritten war. Alle Erkenntnisse sind wertlos, wenn der Mann die Frau als einzigen Wert wahrnimmt.

 

 

 

 

zu den

Gedichten

von

Peter Leinitz